Bei Dirk Baecker („Der Ballbesitz“, in: Fritz B. Simon (Hrsg.): Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Systemische Aspekte des Fußballs, Heidelberg 2009, S. 54 – 65, hier: S. 58) findet man die obige Notation. Folgt man Baeckers Vorschlag können Fußballmannschaften, in Ballbesitz oder eben nicht, wahlweise defensiv oder offensiv agieren – und situativ umschalten. Gemeinsames Ziel beider Mannschaften ist Ballbesitz als Bedingung von Torschussmöglichkeiten. Was bedeutet das für @professorbunsens #effzeh? Der konnte gestern im Spiel gegen den FSV Mainz zwar Vorteile beim Ballbesitz verzeichnen (FC 57% : FSV 43%), verlor aber trotzdem mit 0:4. Dirk Baeckers Fußball-Form erlaubt die Berücksichtigung des entscheidenden Problems – und das ist für die Kölner ärgerlicherweise gleich ein doppeltes.
Einerseits konnte der FC offensiv nicht überzeugen, und zwar weder in Ballbesitz (vgl. 3 : 7 Schüsse aufs gegnerische Tor; vor der Halbzeitpause gar erschreckende 0 : 4) noch ohne den Ball (Mainz verlor kaum Zweikämpfe in der eigenen Hälfte; geringere Laufbereitschaft der Kölner). Andererseits ließ (insbesondere nach dem Strafstoß in der 19. Spielminute und von da an für den Rest der Partie) auch noch die Defensivleistung zu wünschen übrig: Weder in Ballbesitz (Halten des Balls, Spielaufbau) noch ohne (effektive Verhinderung des Mainzer Kombinationsspiels im Mittelfeld; allenfalls Spiel auf Abseits) wussten die Kölner Bundesligataugliches zu präsentieren. Und wenn weder mit dem Ball noch ohne, weder in der Offensive noch in der Defensive Nennenswertes zustande gebracht wird: handelt es sich dann noch um Fußball? Die Antwort lautet natürlich ja – wenn auch um denkbar schlechten (und das ist gar nicht boshaft gemeint – das kann man sich als Werderaner auch gar nicht erlauben…).
Und jenseits des Platzes, auf der Trainerbank? Die Expressfrage, sozusagen? Dass die Zurechnung von Leistung (positiv wie negativ) auf Individuen unter Bedingungen des sprichwörtlichen Kölner Klüngels besonders schwierig ist, ist bekannt. Zyniker rieten unlängst zur Gründung eines neuen Vereins. Möglicherweise nicht die schlechteste Idee.
P.S. Ambitionierte Spielanalysen liest man natürlich bei http://spielverlagerung.de/.











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